Der FCR (die Futterverwertungsrate) beschreibt, wie viel Futter ein Tier für das Wachstum benötigt, also die von Nutztieren in der Mast erreichte Gewichtszunahme pro Futtergewicht.
Es handelt sich um eine einfache Angabe zur Effizienz der Umwandlung von Futter zu Körpergewicht. Meist wird hierbei die notwendige Menge Futter pro 1 kg Gewichtszunahme während der Mast angegeben (sog. Futterverwertungsrate, FCR). Die FCR ist vor allem abhängig von der Tierart, der Zusammensetzung und Menge des eingesetzten Futtermittels (Energiegehalt, Proteingehalt usw.), aber auch anderen Haltungsparametern, wie bspw. Haltungsdichte, Wassertemperatur, Alter der Tiere.
Im Vergleich zu anderen Nutztieren kann bei etablierten Fischarten in optimierter Aquakultur mit pelletiertem Futter eine sehr niedrige FCR von ca. 1 bis 2 erreicht werden, da Fische oft effizientere Futterverwerter sind. Der Atlantische Lachs bspw. gilt als überaus effizient und benötigt pro kg Wachstum (Nassgewicht) nur etwas mehr als 1 kg Futter (Trockengewicht).
Die benötigte Menge Fisch in Form von Fischmehl und Fischöl im Futter pro kg erzeugtem Zielfisch wird als Fish-In-Fish-Out-Ratio (FIFO, engl. „Fisch-rein-Fisch-raus-Verhältnis“) bezeichnet. Die norwegische Lachsindustrie hat laut Berechnungen in etwa ein FIFO von 1.
Zusätzliche Informationen zur Futterverwertung (FCR):
Die Futterverwertungsrate hat neben der wirtschaftlichen auch eine erhebliche ökologische Bedeutung. Eine niedrige FCR reduziert den Nährstoffeintrag (Stickstoff und Phosphor) in die Gewässer und verringert den ökologischen Fußabdruck der Aquakultur. In der modernen Aquakulturforschung wird zunehmend an alternativen Proteinquellen geforscht, um die Nachhaltigkeit weiter zu verbessern. Dazu gehören Insektenmehl, Algen und Einzellerproteine, die traditionelles Fischmehl ersetzen können.
Die Berechnung der FCR kann je nach Kontext variieren. In der wissenschaftlichen Literatur wird manchmal zwischen der "economic FCR" (Gesamtfuttermenge / Gesamtbiomassezunahme inklusive verendeter Tiere) und der "biological FCR" (nur für die tatsächlich geernteten Tiere) unterschieden. Bei Fischen ist die FCR zudem temperaturabhängig, da sie wechselwarme Tiere sind und bei optimalen Temperaturen ihren Stoffwechsel und damit die Futterverwertung maximieren können.
Quellen unter anderem: FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) Technische Papiere zur Aquakultur; Journal "Aquaculture"; Möbius, W. (2021): Aquakultur verstehen.
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