Komplexbildner
Hydrokulturdünger sind spezielle Pflanzendünger, die für die Hydrokultur und Hydroponik benutzt werden. Sie sind notwendig, um die Pflanzen im künstlichen Umfeld zu schützen und mit allen essentiellen Nährstoffen zu versorgen. Um die einzelnen Stoffe in einer Nährlösung zu kombinieren ohne das sie sich chemisch verändern bedarf es sogenannter Komplexbildner.
Eisen-, Mangan-, Zink- und Kupferionen werden in sauerstoffangereichertem Wasser schnell oxidiert, dadurch wird die Aufnahmefähigkeit für Pflanzen verringert. Dies ist besonders bei Eisen wichtig, dessen Mangel eine Ursache für Chlorose (Gelbfärbung der Blätter) sein kann. Um solche Metallverbindungen, die ansonsten aufgrund der Sauerstoffoxidation oder des pH-Werts (als Hydroxide) ausflocken würden, fix gebunden in Lösung zu halten, werden daher Chelatbildner oder deren Verbindungen mit beispielsweise Eisen, Mangan, Kupfer oder Zink zugesetzt.
Beispiele von Komplexbildnern:
- EDTA
- DTPA
- HEDTA/HEEDTA [7] (HydroxyEthylEthyleneDiamineTriaceticAcid)
- HBED (hexadentate phenolic aminocarboxylate = N, N-bis(2-hydroxybenzyl)ethylenediamineN,N-diacetic acid)
- Fulvosäuren
- Phytinsäure
- Citronensäure oder Citrate
- Tartrate
- Huminsäuren
und andere Chelatkomplexbildner
Manche der Eisenchelatkomplexe der oben angeführten Komplexbildner sind abhängig vom pH-Wert stabil oder instabil, deshalb ist der pH-Wert der fertigen Nährlösung oder des Bodens essenziell wichtig für die Eisenaufnahmefähigkeit der Pflanzen.
Für die Pflanzenaufnahme der (Spuren-) Elemente Eisen, Kupfer, Mangan, Bor und Zink ist ein pH-Bereich zwischen pH 5 und 6 der Beste [7], EDTA wird eher Düngern für Erdsubstrate zugesetzt, es hat hohe Affinität (Bindungswilligkeit) zu Calcium (und hält dann Calcium in Lösung).
DTPA wurde Standard für Hydrokulturdünger in Europa, die Ökotoxizität ist weitgehend unerforscht. Lösliche Huminstoffe kommen in der Natur in Humusböden, Torf und Braunkohle vor. Sie vermindern die Toxizität von Eisen, denn sie halten das Eisen als Eisen(II)-Komplex gebunden, dadurch sinkt aber auch die Bioverfügbarkeit des Eisens
Anorganische Dünger
Jeder wässrige Hydrokulturdünger ist ein Volldünger bei dem alle genannten Nährstoffe künstlich zugegeben werden. Deshalb wurden seit den 1950er Jahren unterschiedliche Formeln und Ansätze entwickelt.
„Die meisten Pflanzen wachsen mit einem bestimmten Ionenkonzentrationsverhältnis optimal!“
| Name des Ions | Formel |
Konzentrationsanteil
in der Lösung [%]
|
|---|---|---|
| Nitrat | NO3− | 50 bis 70 |
| Hydrogenphosphat | H2PO4− | 3 bis 20 |
| Sulfat | SO42− | 25 bis 40 |
| Kalium | K+ | 30 bis 40 |
| Calcium | Ca2+ | 35 bis 55 |
| Magnesium | Mg2+ | 15 bis 30 |
Üblicherweise wird bei Mehrstoffdüngern das Verhältnis der Kernnährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) in % der handelsüblichen Bezugsbasis als „NPK-Wert“ angegeben.
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